Wer heute als Zeitgenosse sich dem Ernährungsgeschehen hingeben will, wird kaum mehr an dessen Problematik vorbeigehen können.
Während noch kaum ein Jahrhundert zuvor die Menschen aus einem relativ sicheren instinktiven Empfinden ihre Nahrung wählten, und mit der Ernährung selbst, der Verdauung, Verwertung etc. meist keine ernsthaften Probleme für den gesunden Menschen verbunden waren, hat diese Lage sich seither grundlegend geändert. Die Geborgenheit, die man der nahrungspendenden Natur gegenüber fühlte, das Zutrauen, das man zu der angebotenen Nahrung empfand, ist einer immer stärkeren Verunsicherung gewichen, einem Unbehagen und sogar einem Misstrauen, ob denn das Angebotene oder Ausgewählte geeignet sei, den gehegten Erwartungen oder Notwendigkeiten zu entsprechen. Aber nicht nur der Instinktverlust, auch nicht nur der Qualitätsverlust der Nahrung, sondern das deutliche Empfinden, mit dem überlieferten oder erworbenen Wissen den Anforderungen nicht oder ungenügend gerecht werden zu können, - kurzum eine drängende Bewusstseinsfrage bewegt den modernen Menschen gerade in bezug auf die Ernährung. Sein Bewusstseinshorizont sucht nach Erweiterung und Vertiefung. Er strebt nach erneuter Sicherheit und Urteilsfähigkeit. Solches tritt dem Beobachter der Gegenwart überall und in verschiedensten Abwandlungen entgegen. Dr. med. Gerhard Schmidt aus «Dynamische Ernährungslehre» (Band 1)
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