Es geht beim Essen um Geschmack
 

Viele Menschen essen schlecht, bilden sich aber ein es sei gut. Die FAZ geht dem FastFood-Problem nach.

 
 

«Es ist schlimm genug, dass wir massenhaft Fastfood in uns hineinstopfen. Noch schlimmer ist, dass wir behaupten, es schmecke uns» schreibt die Frankfurter Allgemeine (FAZ) in ihrem Feuilleton vom 12.03.2012. Der gesunde Menschenverstand ist heute bei vielen Menschen abhanden gekommen. Einerseits leisten wir uns in einem Feinschmecker Restaurant ein überteuertes Essen, um anschliessend unserem geplagten Magen einen Magenbitter zu gönnen, andererseits wollen wir möglichst wenig Geld ausgeben und stopfen unseren Magen mit FastFood voll.

«Beim Essen verhalten wir uns wie die drei berühmten buddhistischen Affen, die nichts Schlechtes sehen, nichts Schlechtes hören und nichts Schlechtes sagen wollen; nur dass wir nicht weise sind. Denn wir sehen nicht, dass wir uns von Ramsch ernähren. Wir wollen nicht hören, welcher Dreck in unserer Nahrung steckt. Und wir sagen nichts, weder anklagend noch selbstkritisch, wenn wir uns von der Nahrungsmittelindustrie mit falschen Versprechungen in die Falle locken lassen.» (FAZ)

Es ist kaum zu glauben, aber die meisten Menschen in der Schweiz und der EU geben deutlich mehr Geld aus für Motorenöl als für Salatöl. Einen gesunden Auto-Motor ist uns eben wichtiger als einen gesunden Körper. Wir hören täglich wie unsere Tiere qualvoll gemästet werden, essen aber unbedenklich diese Tierprodukte – möglichst in Aktion. Damit fördern wir natürlich die Tierquälerei. Uns tut es ja nicht weh. Oder doch? Wir merken es eben nicht mehr, weil wir an unseren Lebensstil gewohnt sind. Es ist uns heute selbstverständlich, dass Hackfleisch billiger ist als Katzenfutter. Somit stellt die FAZ die richtige Frage: «Warum weigern wir uns, darüber nachzudenken, wie ein Preis von 99 Cent für ein Pfund Hackfleisch zustande kommt?». Wahrscheinlich, weil wir wirklich unseren gesunden Menschenverstand durch krankmachende Nahrung verloren haben.

«Warum verschreiben Ärzte nicht Gemüse?»

Der FAZ-Redakteur fragt sich dann auch, warum wir «unser eigenes Wohl so leichtfertig an die Politik und die Industrie delegieren»? Warum wir nicht selber anfangen zu denken? Warum Ärzte ihren Patienten nicht gesunde Nahrung verschreiben? Und warum wir unsere Ärzte nicht danach fragen? Der Glaube an ein Medikament zur Heilung unserer selbstverursachten Krankheit ist immer noch grösser, als sich selber in die Hand zu nehmen und auf gute, gesunde Nahrung zu achten. Die FAZ stellt ganz schlicht fest, dass es beim guten Essen um Geschmack geht. Und damit um Glück und Gesundheit.

Leider ist es so, dass nur diejenigen merken, dass Produkte aus biologischem oder gar bio-dynamischem Anbau (Demeter) besser schmecken als konventioneller Food, die sich auch so konsequent ernähren. Wir müssen eben wieder lernen einen guten Geschmack zu bekommen.

Peter-Matthias Born

zum Artikel der FAZ

 
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